Altersweitsichtigkeit (Presbyopie): Warum die Arme „zu kurz“ werden – und was wirklich hilft
- Clara Wernigg

- 13. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Ab etwa dem 40. Lebensjahr bemerken viele Menschen, dass das Lesen plötzlich anstrengender wird. Die Arme werden „zu kurz“, kleine Schrift verschwimmt, und das Handy wird immer weiter weggehalten. Dahinter steckt eine ganz natürliche Veränderung: Presbyopie, auch Altersweitsichtigkeit genannt.
In diesem Beitrag erfahren Sie, was genau passiert, warum beinahe alle Menschen betroffen sind und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten es gibt – individuell angepasst in der Augenpunkt Praxis in Maria Enzersdorf.
Was ist Presbyopie?
Presbyopie entsteht, weil die Linse im Auge mit zunehmendem Alter an Elastizität verliert. Das bedeutet: Die Linse kann nicht mehr so gut scharfstellen (akkommodieren), besonders in der Nähe.
Diese Veränderung hat nichts mit einer Fehlsichtigkeit wie Kurz- oder Weitsichtigkeit zu tun – sie betrifft alle, egal ob davor perfekt gesehen wurde.
Typische Symptome
verschwommenes Sehen beim Lesen
das Handy oder Buch wird weiter weg gehalten
müde, schwere oder überanstrengte Augen
Kopfschmerzen bei Naharbeit
abends deutlich schlechteres Lesen
oft das Bedürfnis nach „hellerem Licht“
Meist beginnen die Beschwerden zwischen 40 und 45 Jahren, verstärken sich bis etwa 55–60 Jahre und stabilisieren sich danach.
Warum entsteht Presbyopie?
Die Ursachen sind rein altersbedingt und völlig normal:
die Linse verhärtet
die Zonulafasern verlieren Flexibilität
der Ziliarmuskel arbeitet weniger effizient
der Nahpunkt rückt immer weiter in die Ferne
Genetische Faktoren spielen eine Rolle – manche Menschen merken es früher, manche später.
Moderne Behandlungsmöglichkeiten
Die gute Nachricht: Es gibt viele komfortable Lösungen, die individuell an Ihre Bedürfnisse, Ihren Beruf und Ihren Alltag angepasst werden können.
1. Lesebrillen
Die einfachste und günstigste Variante für reines Lesen. Ideal für Menschen, die nur kurzzeitig Naharbeit machen.
2. Bildschirm- und Arbeitsplatzbrillen
Optimal für alle, die:
viel am Computer arbeiten
oft zwischen Bildschirm und Papier wechseln
am Arbeitsplatz entspannter sehen möchten
Sie entlasten Augen & Nacken und reduzieren Kopfschmerzen deutlich.
3. Gleitsichtbrillen
Die komfortabelste Alltagslösung. Ein Glas für Nah, Zwischenbereich und Ferne – ohne Brille wechseln.
Moderne Gleitsichtgläser sind heute sehr angenehm, deutlich besser verträglich als ältere Modelle und für viele Menschen die flexibelste Lösung.
Dennoch kommt nicht jede Person gleich gut damit zurecht – das hängt von individuellen Sehgewohnheiten, dem Lese- und Arbeitsverhalten und den Anforderungen im Alltag ab.
4. Kontaktlinsen bei Presbyopie
Mehrstärkenlinsen (Multifokallinsen) ermöglichen scharfes Sehen in allen Distanzen – ideal für:
Sport
Alltag
Personen, die keine Brille tragen möchten
5. Kombinationen
Viele Patient:innen profitieren am meisten von einer Kombination, z. B.:
Gleitsichtbrille für den Alltag
Arbeitsplatzbrille fürs Büro
Kontaktlinsen fürs Wochenende oder Sport Wichtig: Es gibt nicht die eine Lösung, die für alle passt. Jedes Auge ist anders und jede Person hat unterschiedliche Sehbedürfnisse – im Alltag wie im Berufsleben. Ein Dirigent benötigt andere Sehbereiche als jemand, der viel am Computer arbeitet, ein Zeichner oder eine Person, die überwiegend liest.
Deshalb finden wir gemeinsam heraus, welche Lösung zu Ihren Augen, Ihrem Arbeitsplatz und Ihrem Lebensstil am besten passt.

Kann man Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) vorbeugen?
Nein – Presbyopie ist unvermeidbar.
Aber: Beschwerden lassen sich teils reduzieren durch:
optimale Beleuchtung
regelmäßige Bildschirmpausen
angepasste Sehhilfen
richtige Brillenstärke (regelmäßige Kontrolle!)
Wann sollte man eine Brille anpassen lassen?
Sie sollten sich augenärztlich untersuchen lassen, wenn:
Lesen anstrengend wird
Sie öfter die Schrift scharfstellen müssen
Kopfschmerzen auftreten
die aktuelle Brille nicht mehr ausreicht
Sie abends deutlich schlechter lesen
Sie beruflich viel am Bildschirm sitzen
Je früher eine passende Sehhilfe angepasst wird, desto weniger Beschwerden entstehen.
Presbyopie & Sicherheit im Alltag
Viele Betroffene merken es erst beim:
Autofahren (Armaturen verschwimmen)
Kochen (Packungsaufschriften werden unleserlich)
Lesen von Medikamentenpackungen
Arbeiten mit dem Handy
Eine gute Nahkorrektur erhöht Komfort und Sicherheit.
Fazit
Presbyopie gehört zum natürlichen Alterungsprozess – aber sie muss Ihren Alltag nicht einschränken. Mit modernen Brillengläsern, Arbeitsplatzlösungen oder Kontaktlinsen lässt sich das Sehen in der Nähe wieder klar und entspannt gestalten.
In der Augenpunkt Praxis in Maria Enzersdorf nehmen wir uns Zeit für eine präzise Messung und beraten Sie individuell zu den besten Lösungen für Ihren Lebensstil.